Metall und Elektro Presse 2017
25/10/2017

Tarifforderungen M+E

IG Metall NRW beschließt Tarifforderung: 6 Prozent mehr und Wahloption zur Absenkung der Arbeitszeit

Die Tarifkommissionsmitglieder der Geschäftsstelle Köln-Leverkusen haben für die Forderung nach 6 % mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung in der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen gestimmt. Im Bereich der IG Metall Geschäftsstelle Köln-Leverkusen arbeiten ca. 37.100 Beschäftigte in der Metall- u. Elektroindustrie. Die wirtschaftliche Lage ist in nahezu allen Betrieben von einem hohen Auftragsbestand und einer sehr guten Beschäftigungssituation gekennzeichnet. „Dies ist eine gute Ausgangsposition für unsere Forderungen nach mehr Entgelt“, so Dieter Kolsch, I. Bevollmächtigter der Geschäftsstelle Köln-Leverkusen.

Am 24. Oktober tagte in Sprockhövel die Tarifkommission für die Metall- und Elektroindustrie. Demnach sollen die Entgelte um 6 % steigen. Außerdem wurde eine Wahloption zur Absenkung der Arbeitszeit beschlossen. IG Metall Mitglieder sollen zukünftig einen individuellen Anspruch erhalten, ihre Arbeitszeit ohne Begründung für zwei Jahre auf bis zu 28 Stunden in der Woche absenken zu können. Dabei fordert die IG Metall NRW für die Beschäftigten im Schichtbetrieb und in anderen belastenden Arbeitszeitmodellen, die diese Wahloption nutzen, einen Entgeltausgleich. Dies soll auch für Beschäftigte, in deren Haushalt Kinder unter 14 Jahren leben oder die pflegebedürftige Familienangehörige haben, gelten. Darüber verlangt die Tarifkommission, dass in den Verhandlungen über einen vergüteten freien Tag je Prüfungstag für Auszubildende und dual Studierende gesprochen wird.

„Die Beschäftigten benötigen nicht nur moderne Arbeitszeiten für eine Arbeitswelt von morgen, sondern auch die Freiräume für die gesellschaftlichen Verpflichtungen in der Familie. Dazu gehört, dass Menschen Zeit bekommen, sich um pflegebedürftige Eltern oder um ihre Kinder besser kümmern zu können. Unterstützung ist insbesondere für diejenigen nötig, deren Risiken durch die Lage der Arbeitszeit besonders hoch sind. Beschäftigte mit belastenden Arbeitszeitsystemen brauchen einen Ausgleich.“ erläutert Wolfgang Rasten, II. Bevollmächtigter und Mitglied der Verhandlungskommission NRW.

„Wir wollen diesen Personengruppen eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatem ermöglichen, ohne dass sie finanziell darunter leiden. Das hilft den Menschen und macht die Metall- und Elektroindustrie für Fachkräfte attraktiv“, so Kerstin Klein, Kassiererin und Mitglied der Geschäftsführung.

Am 26. Oktober 2017 wird der Vorstand der IG Metall endgültig über die Forderung entscheiden. Erstmals wird über den neuen Tarifvertrag für die etwa 700.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in NRW am 16. November 2017 in Dortmund verhandelt. Am 31. Dezember 2017 endet die Friedenspflicht.

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Dieter Kolsch

IG Metall Köln-Leverkusen

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