Aktuelles Handwerk
08/10/2019

Zeit die Schraube anzuziehen

Für die Beschäftigten im Schlosserhandwerk Nordrhein-Westfalen konnte in der dritten Verhandlungsrunde in Münster ein Tarifabschluss erzielt werden. Ein Grund für das rasche Ergebnis war sicherlich der Warnstreik bei der Firma Dücker in Langenfeld.

Die Beschäftigten bei Dücker hatten die Nase gestrichen voll – nur 2,3 Prozent und 2 Prozent mehr auf zwei Jahre und lediglich 10 Euro zusätzlich für die Auszubildenden. Dieses niedrige Angebot unterbreiteten die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde. Das war für die Schlosser in keiner Weise hinnehmbar. Deshalb gingen rund 200 Beschäftigte von Dücker Fördersysteme GmbH / Dücker Conveyor Systems GmbH in Langenfeld direkt nach dem Ende der Friedenspflicht auf die Straße. Die IG Metall Köln-Leverkusen stellte klar: „Unsere Tarifforderung entspricht der wirtschaftlichen Situation in den Betrieben. Es ist wichtig, dass die Beschäftigten im Schlosserhandwerk bei der Lohnentwicklung nicht abgehängt werden und die Branche auch für junge Menschen attraktiv bleibt.“

Die dritte Tarifverhandlung zwischen der IG Metall NRW und dem Arbeitgeberverband Fachverband Metall brachte folgendes Ergebnis für die Beschäftigten:

Die Entgelte in dieser Branche erhöhen sich in zwei Schritten: Zum 01.10.2019 zunächst um 3,2 Prozent und zum 01.12.2020 um weitere 2,4 Prozent. Zu diesen Zeitpunkten wird die Ausbildungsvergütung um 25 Euro bzw. 20 Euro erhöht. Ab dem 01.10.2019 erhalten Auszubildende für eine erfolgreich abgelegte Gesellenprüfung Teil 1 zudem eine einmalige Sonderzahlung in Höhe von 250 Euro. Dieser Tarifvertrag läuft bis zum 30. September 2021.

Außerdem gibt es für die Schlosser erstmals einen Tarifvertrag zum Ausgleich von Rentenabschlägen für über 50-jährige Arbeitnehmer. Durch diesen Vertrag gibt es einen Rechtsanspruch auf eine monatliche Zusatzzahlung der Arbeitgeber in die Deutsche Rentenversicherung in Höhe von 50 Euro, um einen früheren Ausstieg aus dem Arbeitsleben ohne Rentenkürzung zu ermöglichen. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer selbst auch 50 Euro einzahlt. Der Tarifvertrag zum Ausgleich von Rentenabschlägen tritt am 01.01.2021 in Kraft.

Das Ergebnis ist eine ordentliche Entgelterhöhung in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation. Sie führt zu einem deutlichen Reallohnzuwachs für die Beschäftigten, was auch die Branche attraktiver macht. Das ist dringend nötig, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Bericht der Rheinischen Post über den Warnstreik bei Dücker:

https://rp-online.de/nrw/staedte/langenfeld/langenfeld-warnstreik-150-duecker-mitarbeiter-protestieren_aid-46209909

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