Metall und Elektro News 2020 Presse 2020
16/10/2020

Schock für die Faurecia-Beschäftigten

Am 15.10.2020 wurde den rund 400 Kollegen/innen der Faurecia Innenraum Systeme GmbH durch die Geschäftsführung bekannt gegeben, dass die Ford-Werke GmbH den bestehenden Vertrag der Türenfertigung zum 15.04.2021 gekündigt hat.

Hintergrund dafür ist, eine geplante Absenkung der Einheiten ab Januar bei Ford, mit der einhergehend, Personalüberhänge in der Fertigung bei Ford entstünden. Sowohl die geplante Absenkung der Einheiten als auch das Insourcing der Türfertigung wurde im Vorfeld nicht mit den Betriebsräten beraten. Die Beschäftigten sowohl bei Faurecia, als auch bei Ford, befinden sich ab heute für eine Woche in Kurzarbeit. Wir sind fassungslos, die betroffenen Beschäftigten mit einer solchen Nachricht zu konfrontieren, ohne den Betriebsräten die Möglichkeit zu geben, nun die Fragen und Sorgen aller Kollegen/-innen auffangen zu können.

Der Betriebsratsvorsitzende von Faurecia Ismail Yildirim und der Betriebsratsvorsitzende von Ford Martin Hennig, haben sich heute mit uns als IG Metall zusammengesetzt und ein gemeinsames Vorgehen im Interesse aller betroffenen Kollegen/innen abgestimmt.

Kerstin Klein (II. Bevollmächtigte IG Metall Köln-Leverkusen) „Für uns ist klar, dass die Kollegen/innen bei Faurecia in den vergangenen 18 Jahren ebenso zum Erfolg des Kölner Ford Standortes beigetragen haben, wie die Stammbelegschaft bei Ford. Wir erwarten seitens beider Geschäftsführungen, dass sie sich dafür einsetzen möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Den vom Arbeitsplatzverlust Betroffenen müssen die Türen zu den bei Ford bestehenden Umschulungs- und Weiterbildungsprogrammen sowie zu der Job-Börse geöffnet werden.“  

Zum weiteren Vorgehen:

Der Ford-Betriebsrat stellt die angekündigte Absenkung des Bauprogramms und dessen zeitliche Umsetzung derzeit in Frage.

Der Faurecia-Betriebsrat wird sich nun intern beraten und die entsprechende Forderungen der Belegschaft für die kommenden Verhandlungen aufstellen.

Ismail Yildirim (Betriebsratsvorsitzender Faurecia Köln) „Die Erwartungshaltung der Belegschaft von Faurecia ist, dass nach dem Wegfall des Türenauftrages alternative Aufträge nach Köln geholt werden müssen, um die Weiterbeschäftigung aller Kollegen/innen von Faurecia langfristig zu sichern.“

Klar ist, dass sich die IG Metall eine solche Überrumpelungstaktik nicht einfach gefallen lassen wird und die Faurecia Kolleginnen und Kollegen in dieser Situation mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt. Die Stadt Köln, kann es sich nicht leisten, weitere gute Industriearbeitsplätze zu verlieren und damit verbundene Existenzen zu zerstören.

Ansprechpartnerin:

Kerstin Klein

Tel. 0160 5331163

E-Mail: kerstin.klein(at)igmetall(dot)de

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